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Leichtindustrie und Textilien

Textilien und Bekleidung scheitern am Etikett und an der deklarierten Faserzusammensetzung, lange bevor eine Laborprüfung sie stoppt.

Überprüft am

Für die fünf Mitgliedstaaten der EAWU gilt TR ZU 017/2011 über die Sicherheit von Erzeugnissen der Leichtindustrie. Das Regelwerk erfasst Textilien und Gewirke, Bekleidung, maschinell gefertigte Teppiche, Schuhe, Pelz, Leder und Zubehör. Ob Sie ein Konformitätszertifikat oder eine Konformitätserklärung benötigen, steht dabei nicht zur Wahl. Es entscheidet die Schicht des Erzeugnisses, also die Kontaktfläche zur Haut. Unterwäsche, Bademode, Bettwäsche, T-Shirts und Strumpfwaren gehören zur ersten Schicht und verlangen ein Zertifikat. Hemden, Hosen und Kleider bilden die zweite Schicht, Mäntel und gefütterte Jacken die dritte, und beide werden deklariert.

Geprüft wird in einem akkreditierten Labor innerhalb der Union, denn für Bekleidung erkennt das Recht der EAWU keine ausländischen Prüfberichte an. Nur scheitern die wenigsten Projekte an der Prüfung selbst. Sie scheitern an der Zeile mit der Faserzusammensetzung. Die GOST-Normen schreiben je Material ein anderes Prüfverfahren vor, eine falsch deklarierte Zusammensetzung führt also dazu, dass das Labor das falsche Verfahren anwendet und ein negatives Ergebnis erzeugt. Die Angabe muss Oberstoff, Futter, Nähgarn und Besätze abdecken, denn jedes davon behandelt die Norm gesondert.

Der zweite häufige Ausfallgrund ist das Etikett, und er hat mit der Qualität des Kleidungsstücks nichts zu tun. Verlangt sind Produktbezeichnung, Größe nach der einschlägigen GOST-Größennorm, Pflegesymbole, Ursprungsland, Hersteller oder Importeur mit eingetragener Anschrift und das EAC-Zeichen, das erst nach Vorliegen des Zulassungsdokuments aufgebracht werden darf. Die Kennzeichnung gehört in die Arbeitssprache der Union, bei eingeführter Ware dürfen lediglich Herstellungsland, Name und Anschrift des Herstellers lateinisch bleiben. Eine lückenhafte Kennzeichnung wird zurückgewiesen und nicht nachgefordert, dazu kommen Bußgelder der Aufsichtsbehörden.

Erzeugnisse für unter 18-Jährige laufen über TR ZU 007/2011, das neben TR ZU 017 tritt und es nicht ersetzt. Das ist ein anderes Verfahren und keine schärfere Variante desselben. Die Hygroskopizitätsprüfung begrenzt den Synthetikanteil so weit, dass Modelle durchfallen, die in anderen Märkten unauffällig verkauft werden, und das Zertifikat setzt ein Werksaudit voraus, vor Ort oder als aufgezeichnete Videokonferenz. Die Beiträge unten führen durch Musterversand, Zollanmeldung und Auditvorbereitung. Wenn Sie Produktart und Bekleidungsschicht bereits kennen, nennen wir Ihnen das Zulassungsdokument direkt.

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Häufige Fragen

Gelten Prüfberichte aus einem europäischen oder türkischen Labor?

Für Bekleidung nicht. Bei manchen Elektronikprodukten werden ausländische Berichte anerkannt, hier schreibt das Recht der Union die Prüfung in einem akkreditierten Labor der EAWU vor. Rechnen Sie mit rund zwei Wochen Prüfdauer und mehreren Mustern je Position, beides lässt sich durch höhere Zahlungen nicht verkürzen.

Wie genau muss die Faserzusammensetzung auf dem Etikett stimmen?

Der angegebene Anteil an natürlichen und chemischen Rohstoffen darf um höchstens 5 Prozent nach oben oder unten vom tatsächlichen Gehalt abweichen, für Oberstoff wie für Futter. Das ist eine Toleranz und keine Rundungsregel. Bereits 3 bis 5 Prozent Synthetikfaser können zudem verändern, welche Prüfungen greifen.

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