Halal-Zertifizierung für Nahrungsergänzungsmittel in Marokko

Für Nahrungsergänzungsmittel und Nutrazeutika in Marokko wird ein Halal-Zertifikat immer häufiger verlangt. Und selbst dort, wo es für die Warengruppe rechtlich nicht vorgeschrieben ist, entscheidet es darüber, ob Apothekenketten und große Handelsunternehmen das Produkt überhaupt listen. Alles mit Gelatine, tierischen Proteinen oder Milchbestandteilen braucht eines.
Warum das gerade für Nahrungsergänzungsmittel zählt
Marokko ist ein Land mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit, und die Verbraucher erwarten, dass die Ware im Regal den islamischen Vorschriften entspricht. Am härtesten trifft diese Erwartung Nahrungsergänzungsmittel, Nutrazeutika und Lebensmittelzusatzstoffe mit Bestandteilen tierischen Ursprungs, also Gelatine, Kapseln, Milchproteine, Bienenprodukte.
Auch dort, wo ein Halal-Zertifikat für eine bestimmte Warengruppe rechtlich nicht vorgeschrieben ist, bleibt es entscheidend für den Vertrieb über große Apothekenketten und Handelsunternehmen. Zudem erleichtert es die Zollabfertigung.
Die wirtschaftliche Begründung:
- über 90 % der marokkanischen Bevölkerung praktiziert den Islam;
- die Nachfrage nach Clean-Label-Produkten und ethisch positionierter Ware wächst;
- große Handelsunternehmen wie Marjane, Carrefour und die Apothekenketten bevorzugen halal-zertifizierte Ware;
- Produkte ohne Zertifizierung können bei der Zoll- oder Gesundheitskontrolle zurückgewiesen werden, besonders solche mit Bestandteilen tierischen Ursprungs.
Was das Zertifikat ist
Ein amtliches Dokument, das bestätigt, dass ein Produkt keine im Islam verbotenen Bestandteile enthält und nach scharia-konformen Verfahren hergestellt wurde.
In Marokko können Halal-Zertifikate von akkreditierten inländischen oder internationalen Stellen stammen. Zu den anerkannten internationalen Stellen zählen:
| Stelle | Land |
|---|---|
| JAKIM | Malaysia |
| ESMA | VAE |
| IFANCA | USA |
| Halal Quality Control | Europa |
| IMANOR | Marokko, die nationale Normungsorganisation, die einzelne internationale Zertifikate anerkennen kann |
Wann es verlangt wird
Ein Halal-Zertifikat ist Pflicht, sobald das Produkt Folgendes enthält:
- Gelatine, vor allem in Kapseln;
- tierische Proteine, Fette oder Extrakte;
- Lactose, Milchbestandteile oder Nebenerzeugnisse;
- Enzyme oder Aromen nicht pflanzlichen Ursprungs.
Kapseln sind das wiederkehrende Problem. Eine pflanzliche Rezeptur, die in einer Kapsel aus Rindergelatine ausgeliefert wird, ist in diesem Sinne kein pflanzliches Produkt.
Auch ein rein pflanzliches Produkt profitiert von der Zertifizierung, denn sie erhöht das Vertrauen und den Absatz.
Der Ablauf
- Bewertung von Rezeptur und Prozess.
- Audit vor Ort oder aus der Ferne.
- Ausstellung des Halal-Zertifikats.
In der Regel drei bis sechs Wochen, abhängig vom Stand der Unterlagen und vom Produktionsland.
Erforderliche Unterlagen
Die Zusammensetzung des Produkts mit der Herkunft jedes einzelnen Bestandteils. Das ist der Punkt, der am häufigsten bei den Lieferanten beschafft werden muss und nicht im eigenen Haus vorliegt, und damit der Grund, warum der Stand der Unterlagen die Laufzeit so stark schwanken lässt.
Was die Zertifizierung bringt
- vollen Zugang zum marokkanischen Markt;
- einen Vorteil bei der Zollabfertigung;
- höheres Vertrauen von Handel und Apotheken;
- das Recht, Produkte als halal zu kennzeichnen;
- einen Weg in die MENA-Region und nach Westafrika, wo Halal ebenso unverzichtbar ist.
Quellen
- IMANOR, Institut Marocain de Normalisation
- JAKIM, ESMA, IFANCA, Halal Quality Control, international anerkannte Halal-Zertifizierungsstellen
- OIC/SMIIC, Normenreihe für Halal
Häufige Fragen
Wann ist die Halal-Zertifizierung für ein Nahrungsergänzungsmittel Pflicht?
Sobald das Produkt Gelatine enthält, vor allem in Kapseln, dazu tierische Proteine, Fette oder Extrakte, Lactose, Milchbestandteile oder Nebenerzeugnisse sowie Enzyme und Aromen nicht pflanzlichen Ursprungs. Auch ein rein pflanzliches Produkt profitiert, weil die Zertifizierung das Vertrauen der Verbraucher und den Absatz erhöht.
Welche Zertifizierungsstellen sind in Marokko anerkannt?
Halal-Zertifikate können von akkreditierten inländischen oder internationalen Stellen ausgestellt werden. Zu den anerkannten internationalen Stellen zählen JAKIM in Malaysia, ESMA in den VAE, IFANCA in den USA und Halal Quality Control in Europa. IMANOR, die nationale Normungsorganisation Marokkos, kann einzelne internationale Zertifikate anerkennen.
Wie lange dauert das Verfahren?
In der Regel drei bis sechs Wochen, abhängig davon, wie weit die Unterlagen vorbereitet sind, und vom Produktionsland. Die Reihenfolge lautet: Bewertung von Rezeptur und Prozess, danach ein Audit vor Ort oder aus der Ferne, danach die Ausstellung.
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