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Nahrungsergänzungsmittel in Marokko: sechs typische Fehler

Infografik zu Marokko mit Symbolen für Fehler bei Dossier, Zutaten und Kennzeichnung

Unternehmen ohne Erfahrung in Marokko machen dieselben Fehler und verlieren dieselbe Zeit: ein unvollständiges Dossier, Zutaten, die anderswo zugelassen und dort verboten sind, Etiketten mit Heilaussagen, kein Vertreter vor Ort, fehlende Halal-Unterlagen und ein Zeitplan, der in Wochen gerechnet wird, während die Wirklichkeit Monate verlangt.

1. Ein unvollständiges Dossier einreichen

Der Fehler. Anzunehmen, ein Standard-Analysenzertifikat und ein Etikett genügten.

Die Wirklichkeit. Die marokkanischen Behörden verlangen ein vollständiges Dossier: Spezifikationen der Zutaten, Ursprungszeugnisse, Herstellungsprotokolle, Sicherheitsunterlagen und französische Übersetzungen sämtlicher Unterlagen.

Die Lösung. Die Unterlagen nach den Anforderungen von ONSSA und DMP erstellen und lokale Berater oder einen regulatorischen Vertreter einsetzen.

2. Verbotene oder umstrittene Inhaltsstoffe

Der Fehler. Substanzen einzusetzen, die in der EU oder in den USA zugelassen, in Marokko aber verboten sind:

  • Melatonin;
  • DHEA;
  • Synephrin;
  • CBD oder Hanfextrakte;
  • nicht zertifizierte Gelatine.

Die Lösung. Jeden Bestandteil gegen die marokkanischen und die islamischen Normen prüfen. Für Bestandteile tierischen Ursprungs eine Halal-Zertifizierung beschaffen und wo möglich pflanzliche Alternativen einsetzen.

Dieser Fehler kostet am meisten, wenn er spät auffällt, denn die Antwort darauf ist eine Neuformulierung und keine Unterlage.

3. Fehler bei der Kennzeichnung

Der Fehler. Schwache Übersetzung; fehlende Pflichtangaben; Heilaussagen wie “heilt” oder “behandelt”; Verpackung nur auf Englisch; keine Anschrift des Importeurs.

Die Lösung. Auf Französisch und auf Arabisch kennzeichnen, Heilaussagen streichen, vollständige Kontaktdaten und Dosierungshinweise aufnehmen.

Die Falle sind hier die Heilaussagen. Eine Aussage, die in einem Markt als gewöhnliche Werbung durchgeht, stuft das Produkt in einem anderen als Arzneimittel ein.

4. Kein Vertreter vor Ort

Der Fehler. Der Versuch, ohne marokkanische Rechtsperson zu registrieren.

Die Folge. Ablehnung des Antrags oder Verzögerungen beim Zoll.

Die Lösung. Einen lokalen Agenten oder Händler unter Vertrag nehmen oder einen professionellen regulatorischen Vertreter einsetzen.

5. Keine Halal-Zertifizierung

Der Fehler. Produkte mit Gelatine oder Kollagen ohne Halal-Unterlagen einzureichen.

Die Folge. Ablehnung der Registrierung oder Zurückweisung durch den Handel.

Die Lösung. Die Zutaten auf Bestandteile tierischen Ursprungs durchsehen und eine Halal-Zertifizierung bei einer akkreditierten Stelle beschaffen, einer marokkanischen oder einer international anerkannten.

6. Den Zeitbedarf unterschätzen

Der Fehler. Zu erwarten, dass die Registrierung zwei bis drei Wochen dauert.

Die Wirklichkeit. Auch ein vollständiges Dossier kann bis zu vier Monate brauchen.

Die Lösung. Vorausplanen, die Unterlagen früh einreichen und auf Rückfragen der Behörde vorbereitet sein. Die Rückfragen gehören zum Verfahren und sind kein Zeichen dafür, dass etwas schiefgelaufen ist, aber eine langsame Antwort kostet Wochen.

Das Muster

Fünf dieser sechs Fehler werden vor der Einreichung entschieden und nach ihr entdeckt. Die Ausnahme ist der Zeitplan. Über ihn entscheidet, wer den Markteinführungstermin festlegt, meist ohne zu fragen, wie lange die Behörde braucht.

Quellen

  • ONSSA, Office National de Sécurité Sanitaire des Produits Alimentaires, Marokko
  • DMP, Direction du Médicament et de la Pharmacie
  • IMANOR, Institut Marocain de Normalisation

Häufige Fragen

Welche Inhaltsstoffe sind in Marokko verboten und anderswo erlaubt?

Melatonin, DHEA, Synephrin, CBD und Hanfextrakte sowie nicht zertifizierte Gelatine sind Substanzen, die in der EU oder in den USA zugelassen, in Marokko aber verboten oder problematisch sind. Jeden Bestandteil gegen die marokkanischen und die islamischen Normen zu prüfen, ist der einzige verlässliche Weg, sie vor der Einreichung zu finden.

Was geht bei der Kennzeichnung schief?

Schwache Übersetzung, fehlende Pflichtangaben, Heilaussagen wie 'heilt' oder 'behandelt', Verpackung nur auf Englisch und keine Anschrift des Importeurs. Das Etikett muss auf Französisch und auf Arabisch vorliegen, ohne Heilaussagen, mit vollständigen Kontaktdaten und Dosierungshinweisen.

Wie lange dauert die Registrierung wirklich?

Bis zu vier Monate, auch bei vollständigem Dossier, gegenüber den zwei bis drei Wochen, mit denen Hersteller üblicherweise rechnen. Früh einzureichen und auf Rückfragen der Behörde vorbereitet zu sein, verhindert, dass aus den vier Monaten sechs werden.

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