Zertifizierung von Lebensmitteln und Getränken in Israel

Israel reguliert Lebensmittel über drei Stellen: das Gesundheitsministerium für die Hygienevorschriften, die Standards Institution of Israel für die Prüfungen und das Oberrabbinat für den Koscher-Status. Die Kennzeichnung auf Hebräisch ist Pflicht, und das Koscher-Zertifikat entscheidet, obwohl rechtlich nicht verlangt, ob die Handelsketten das Produkt listen.
Wer was reguliert
Der israelische Markt für Lebensmittel und Getränke ist umkämpft und streng reguliert, mit besonderem Augenmerk auf Sicherheit, Qualität und Transparenz. Drei Stellen teilen sich die Aufsicht:
| Behörde | Zuständigkeit |
|---|---|
| Gesundheitsministerium (MOH) | Hygienevorschriften, Sicherheit, Registrierung neuer Produktkategorien |
| Standards Institution of Israel (SII) | Entwickelt und überwacht Normen, führt Laborprüfungen durch |
| Oberrabbinat Israels | Zertifiziert Produkte, die den Koscher-Status beantragen |
Für einen ausländischen Hersteller ist die Zertifizierung keine Formsache: ohne sie ist die Ware nicht verkehrsfähig.
Die vier Pflichtanforderungen
1. Hygienische Konformität. Laborprüfungen auf Krankheitserreger, Chemikalien und Pestizide, dazu Nachweise zu Haltbarkeit und Lagerbedingungen.
2. Kennzeichnung auf Hebräisch. Produktbezeichnung, vollständige Zusammensetzung, Nährwerte, Allergene, Ursprungsland, Mindesthaltbarkeitsdatum, Lagerbedingungen und, soweit einschlägig, der Koscher-Status.
3. Koscher-Zertifizierung. Rechtlich nicht vorgeschrieben, wirtschaftlich nahezu unverzichtbar, denn die meisten Handelsketten führen keine nicht koscheren Produkte. Ausgestellt unter Aufsicht des Oberrabbinats.
4. Einfuhrverfahren. Der Importeur legt eine Konformitätsbescheinigung, einen Ursprungsnachweis, hebräische Übersetzungen und die Freigabe des Gesundheitsministeriums vor.
Worin sich Israel von der EU und den USA unterscheidet
- Die hebräische Kennzeichnung ist Pflicht. Keine Übersetzung aus Gefälligkeit, sondern Voraussetzung für den Verkauf.
- Ausländische Koscher-Zertifikate werden nicht immer automatisch anerkannt. Ein Zertifikat aus einer anderen Jurisdiktion erledigt die Frage nicht.
- Freigaben dauern länger, weil religiöse und hygienische Kontrollen nebeneinander laufen.
Praktische Hinweise für ausländische Unternehmen
- Beginnen Sie mit der Zertifizierung mindestens drei bis sechs Monate vor dem Markteintritt.
- Klären Sie, welche Art von Koscher-Zertifikat verlangt wird, bevor Sie es beauftragen.
- Arbeiten Sie mit akkreditierten Laboren in Israel oder mit anerkannten Partnern vor Ort.
- Bereiten Sie Verpackung und Unterlagen auf Hebräisch im Voraus vor, nicht erst nach der Freigabe.
Der letzte Punkt kostet am häufigsten eine zusätzliche Druckauflage. Der Inhalt des hebräischen Etiketts hängt von Zusammensetzung und Nährwerten ab, die erst die Prüfung bestätigt. Ein Layout, das vor den Ergebnissen fertig ist, wird sich noch ändern.
Quellen
- Israelisches Gesundheitsministerium, Anforderungen an Einfuhr und Registrierung von Lebensmitteln
- SII, Standards Institution of Israel
- Oberrabbinat Israels, Koscher-Zertifizierung
Häufige Fragen
Ist die Koscher-Zertifizierung in Israel gesetzlich vorgeschrieben?
Nein, in der Praxis entscheidet sie jedoch über den Marktzugang. Die meisten Supermarktketten nehmen keine nicht koscheren Produkte, ein Hersteller ohne Zertifikat bleibt vom Massenhandel ausgeschlossen, auch wenn alle übrigen Anforderungen erfüllt sind. Ausgestellt wird es unter Aufsicht des Oberrabbinats Israels.
Was muss auf dem Etikett stehen?
Auf Hebräisch: Produktbezeichnung, vollständige Zusammensetzung, Nährwerte, Allergene, Ursprungsland, Mindesthaltbarkeitsdatum, Lagerbedingungen und, soweit einschlägig, der Koscher-Status. Anders als in der EU und den USA ist die hebräische Kennzeichnung Pflicht und keine freiwillige Zugabe.
Wann sollte die Zertifizierung beginnen?
Drei bis sechs Monate vor dem Markteintritt. Die Freigaben dauern länger als anderswo, weil religiöse und hygienische Kontrollen zusammenkommen und ausländische Koscher-Zertifikate nicht immer automatisch anerkannt werden.
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