Das EAWU-Zulassungssystem für Kosmetik: Webinar-Notizen

Fast jeder Hersteller, der in den EAWU-Markt eintritt, muss die Konformität seiner Produkte bewerten lassen, je nach Produktart in Form eines Zertifikats oder einer Erklärung. Dieses Webinar ging den Weg für Kosmetik von Anfang bis Ende durch, von den Zulassungsformen bis zu den Zutatenlisten.
Warum die Konformitätsbewertung am Anfang steht
Fast jeder Hersteller oder Importeur, der in den EAWU-Markt eintritt, muss die Konformität seiner Produkte bewerten lassen. Je nach Produktart führt diese Bewertung entweder zu einem Zertifikat oder zu einer Konformitätserklärung.
Bei Kosmetik ist das Bild vielschichtiger, als diese Zusammenfassung vermuten lässt, und genau das sollte dieses Webinar auseinandernehmen. Gehalten hat es Amina Karim, Teamleiterin für EAWU / GUS.
Die Agenda
- Die Mitgliedstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion und die wesentlichen Zulassungsformen.
- Konformitätserklärung (DoC).
- Staatliche Registrierungsbescheinigung (SRC).
- Anforderungen an die Erlangung der Konformitätserklärung.
- Anforderungen an die Erlangung der staatlichen Registrierungsbescheinigung.
- Kennzeichnung und Anforderungen an das EAC-Zeichen für Kosmetik.
- Kosmetische Inhaltsstoffe: die Verbotsliste, die Liste der beschränkt zulässigen Stoffe, die Positivliste.
- Anforderungen an physikalisch-chemische Kennwerte, an die mikrobiologische Sicherheit und an toxikologisch-klinische Kennwerte.
- Die wesentlichen Schritte zur Registrierung eines Produkts.
- Fragerunde.
Die zwei Agendapunkte, die die meisten Projekte entscheiden
Punkt 7, die drei Zutatenlisten. Eine Rezeptur muss alle drei bestehen. Ein Inhaltsstoff kann grundsätzlich zulässig, in der Konzentration beschränkt und in einer bestimmten Produktkategorie verboten sein, eine einzelne Prüfung gegen eine Verbotsliste genügt also nicht.
Punkt 8, die Sicherheitskennwerte. Physikalisch-chemisch, mikrobiologisch und toxikologisch-klinisch. Die Zusammensetzung bestimmt, welche davon greifen, und damit auch das Prüfprogramm und dessen Kosten.
Zusammen erklären diese beiden Punkte, warum Angebote für Kosmetik zwischen scheinbar ähnlichen Produkten so weit auseinandergehen und warum eine belastbare Rezeptur mit Prozentangaben das Erste ist, wonach eine Zertifizierungsstelle fragt.
Was die Teilnehmer mitgenommen haben
Die Rückmeldungen bezogen sich auf die Fragerunde und weniger auf den Vortrag, ein plausibles Signal dafür, dass der Wert einer solchen Sitzung in den konkreten Sonderfällen liegt und nicht im allgemeinen Rahmen.
Quellen
- TR ZU 009/2011, Über die Sicherheit von parfümerie- und kosmetischen Erzeugnissen, Eurasische Wirtschaftskommission
- Zuständige nationale Behörden der Mitgliedstaaten, staatliche Registrierung von Produkten
- EAWU-Listen der verbotenen, beschränkt zulässigen und zugelassenen kosmetischen Inhaltsstoffe
Häufige Fragen
Welche zwei Zulassungsformen gibt es für Kosmetik?
Die Konformitätserklärung nach TR ZU 009 und die staatliche Registrierungsbescheinigung für die Produktkategorien, die eine hygienische Zulassung verlangen. Welche greift, hängt von der Produktart ab, und für manche Produkte braucht es zuerst die SRC und anschließend die Erklärung.
Welche Zutatenlisten gelten für Kosmetik?
Drei: die Verbotsliste, die Liste der beschränkt zulässigen Stoffe und die Positivliste. Eine Rezeptur ist gegen alle drei zu prüfen, denn ein Inhaltsstoff kann grundsätzlich zulässig und zugleich in der Konzentration oder in einer bestimmten Produktart beschränkt sein.
Welche Sicherheitskennwerte werden bewertet?
Physikalisch-chemische Kennwerte, die mikrobiologische Sicherheit und toxikologisch-klinische Kennwerte. Zusammen bestimmen sie das Prüfprogramm, und die Zusammensetzung entscheidet, welche davon für ein Produkt greifen.
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