Ersteichung nach der Bauartzulassung von Messmitteln

Die Ersteichung ergibt nur zusammen mit der Bauartzulassung einen Sinn: Sie folgt der Eichanweisung, die bei der Ausstellung der Zulassung erarbeitet wurde. Die Ersteichung gilt für eine Charge, für die bereits eine gültige Bauartzulassung vorliegt: Jedes Gerät wird vor dem ersten Einsatz geeicht und erhält eine eigene Bescheinigung.
Was die Ersteichung ist
Das Wort fällt ständig in Gesprächen mit ausländischen Herstellern, meist ohne klare Vorstellung davon, was es bedeutet und wie es mit der Zertifizierung zusammenhängt.
Die Eichung gehört zur metrologischen Zertifizierung, also zur Bauartzulassung, der Bescheinigung über die Zulassung des Messmitteltyps. Sie wird nach der Eichanweisung durchgeführt, die während der Ausstellung der Bauartzulassung erarbeitet wurde. Ohne Bauartzulassung gibt es nichts, wogegen geeicht werden könnte.
Sie kommt in zwei Formen vor.
| Form | Gilt für |
|---|---|
| Ersteichung | Eine bestimmte Charge von Produkten, für die bereits eine gültige Bauartzulassung vorliegt |
| Nacheichung (Kalibrierung) | Dieselben Produkte, in dem von der Bauartzulassung festgelegten Intervall |
Die Ersteichung gilt nur für eine Charge. Jedes Gerät darin muss bei einer akkreditierten metrologischen Einrichtung geeicht werden und eine Bescheinigung über die Ersteichung erhalten, bevor es in ein System eingebaut oder erstmals eigenständig eingesetzt wird.
Die Nacheichung erfolgt in dem Intervall, das die Bauartzulassung nennt. Dieses Intervall legt das Labor fest, das die Prüfungen für die Bauartzulassung durchgeführt hat, und es weicht recht häufig von der Kalibrierfrist ab, die der Hersteller angibt. Damit ist die Bauartzulassung und nicht das Handbuch des Herstellers das Dokument, an dem sich die Instandhaltungsplanung ausrichten sollte.
Zwei Wege zur Ersteichung
- Lieferung des Produkts an ein akkreditiertes Metrologielabor innerhalb der Union;
- Eichung am Produktionsstandort vor der Lieferung, wofür der Hersteller die Einrichtungen für Eichung und Kalibrierung bereitstellen muss.
Antragsteller kann der Hersteller sein oder ein örtliches Vertretungsunternehmen.
Welche Unterlagen jede Eichung verlangt
Allgemein:
- Antrag mit den technischen und metrologischen Kennwerten;
- eine Vollmacht des Herstellers für den ansässigen Antragsteller, sofern der Hersteller nicht selbst Antragsteller ist.
Technisch:
- EAC-Erklärung oder Sicherheitszertifikat nach dem einschlägigen TR ZU;
- metrologische Bescheinigung und die Eichanweisung;
- Betriebsunterlagen, Handbuch, Montageanleitung und weitere technische Informationen in der Arbeitssprache der Union;
- Angaben zur Software, soweit zutreffend, einschließlich Erklärungen;
- eine Fotografie des Produkts.
Der Ablauf, der Reihe nach
- Die Charge wird eingeführt.
- Sie wird an das Labor geliefert.
- Jedes Gerät wird kalibriert.
- Die Eichbescheinigungen werden ausgestellt.
- Die Charge geht an ihren Bestimmungsort oder zurück.
Fall: ein System zur Turbinenregelung und Überdrehzahlerkennung
Der Hersteller brauchte eine Kalibrierung für ein Produkt, das bereits sowohl das EAC-Zertifikat als auch die Bauartzulassung besaß. Alle Unterlagen lagen im Voraus vor, und WorldWideBridge trat als Antragsteller auf.
Drei Dinge machten die Sache schwieriger, als die fünf Schritte oben vermuten lassen.
Ein Labor finden. Die Eichanforderungen für dieses Produkt waren so speziell, dass sich überhaupt nur schwer ein akkreditiertes Labor auftreiben ließ.
Vorübergehende Einfuhr. Die Produkte gingen im Verfahren der vorübergehenden Einfuhr an das Labor, was eine Frist setzt, denn sie mussten anschließend in das Land mit dem Lager zurück. Das erschwerte die Zollseite erheblich.
Umfang. Acht Geräte, insgesamt 216 Messkanäle, geliefert an ein akkreditiertes Labor. Prüfung und Ausstellung der Eichbescheinigung dauerten zwei Wochen.
Während des Verfahrens verlangte das Labor zusätzliche technische Angaben zu Einbau und Datenanzeige, die in der technischen Dokumentation nicht enthalten waren. Das ist die Lehre, die sich mitnehmen lässt: Den Terminplan hält die Qualität der Eichanweisung aus der Bauartzulassung und der Betriebsunterlagen. Alles Übrige in diesem Fall war Logistik; das Einzige, was noch weiter hätte verzögern können, war ein Dokument, das ein Jahr zuvor nicht sauber geschrieben worden war.
Quellen
- Nationale Metrologiegesetzgebung der EAWU-Mitgliedstaaten zur Sicherstellung der Einheitlichkeit des Messwesens
- Nationale Register der zugelassenen Messmitteltypen
Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich Ersteichung und Nacheichung?
Die Ersteichung gilt für eine bestimmte Charge von Produkten, für die bereits eine gültige Bauartzulassung vorliegt: Jedes Gerät wird bei einer akkreditierten metrologischen Einrichtung geeicht und erhält eine Bescheinigung über die Ersteichung, bevor es in ein System eingebaut oder in Betrieb genommen wird. Die Nacheichung, also die erneute Kalibrierung, erfolgt in dem Intervall, das die Bauartzulassung nennt.
Wer legt das Intervall für die erneute Kalibrierung fest?
Das Labor, das die Prüfungen für die Bauartzulassung durchführt, und das Intervall steht in der Zulassungsbescheinigung selbst. Es weicht recht häufig von der Kalibrierfrist ab, die der Hersteller angibt, deshalb ist das Intervall aus der Bauartzulassung und nicht das des Herstellers für die Instandhaltungsplanung maßgeblich.
Wo kann die Ersteichung durchgeführt werden?
Es gibt zwei Möglichkeiten: das Produkt an ein akkreditiertes Metrologielabor innerhalb der Union liefern oder die Eichung vor der Lieferung am Produktionsstandort durchführen. Die zweite verlangt vom Hersteller, die Einrichtungen für Eichung und Kalibrierung bereitzustellen, was nicht immer praktikabel ist.
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