Originalteile und Aftermarket-Teile im SABER-System

Im SABER-System laufen Originalteile und Aftermarket-Teile über verschiedene Zertifizierungswege. Originalteile brauchen den Nachweis der offiziellen Herkunft und in den meisten Fällen nur eine Konformitätserklärung, Aftermarket-Teile dagegen eine vollständige Prüfung in akkreditierten Laboren, mit Registrierung jedes einzelnen Produktcodes.
Warum die Einstufung am Anfang steht
Kfz-Teile gehören zu den nachgefragtesten Warengruppen in Saudi-Arabien, und ihre Einfuhr setzt die verpflichtende Zertifizierung über das SABER-System voraus.
Entscheidend ist die richtige Zuordnung: Genuine, also Originalteil, oder Aftermarket, also Teil aus freier Fertigung. Ein Fehler an dieser Stelle führt zu Einfuhrverboten, Bußgeldern und erheblichen finanziellen Verlusten, nicht zu einer Rückfrage.
Originalteile
Originalteile werden vom Fahrzeughersteller oder seinen offiziellen Auftragsfertigern hergestellt, laufen in der Serienfertigung mit und werden über autorisierte Händlernetze vertrieben.
- gefertigt nach den Vorgaben und unter der Aufsicht des Fahrzeugherstellers;
- geliefert in Markenverpackung mit offizieller Kennzeichnung;
- identisch mit den Teilen der Erstmontage;
- häufig begleitet von Qualitätszertifikaten und offiziellen Garantien.
In SABER fallen sie in eine Kategorie, die ein vereinfachtes Zertifizierungsverfahren zulässt, weil sie internationalen Normen und OEM-Anforderungen bereits entsprechen.
Aftermarket-Teile
Nicht originale Bauteile von Drittherstellern, die keine offiziellen Zulieferer des Fahrzeugherstellers sind. Sie können zu einem Fahrzeug vollständig passen, ohne offiziell als Originalteil anerkannt zu sein.
- gefertigt nach eigenen Konstruktionen und Verfahren;
- oft abweichend in Werkstoff, Bauart oder Leistung;
- vermarktet als kostengünstige Alternative zu OEM-Teilen;
- nicht von den Fahrzeugherstellern freigegeben und in der Regel ohne offizielle Garantie.
In SABER unterliegen sie einer strengeren Kontrolle und verlangen häufig zusätzliche Laborprüfungen und Nachweise.
Die zwei Zertifizierungswege
| Originalteile | Aftermarket-Teile | |
|---|---|---|
| Herkunftsnachweis | Nachweis der offiziellen Herkunft, dazu eine Bescheinigung des Fahrzeugherstellers oder Distributors | Entfällt |
| Prüfung | In der Regel nicht erforderlich | Vollständige Prüfung in akkreditierten Laboren: Festigkeit, Sicherheit, lokale Normen |
| Registrierung | Konformitätserklärung genügt meist | Jeder Produktcode wird einzeln registriert, mit vollständigem Unterlagensatz |
Über Lauf oder Stillstand des Verfahrens entscheiden zwei weitere Angaben: der richtige HS-Code und das zutreffende technische Regelwerk. Ein einziger Fehler in einem der beiden verzögert ein Projekt um Monate.
Was eine Fehleinstufung tatsächlich kostet
- Ablehnung der SABER-Registrierung;
- Bußgelder und Einfuhrverbote;
- Lieferverzögerungen durch wiederholte Kontrollen;
- Reputationsrisiko für Lieferanten und Händler.
Zwei Folgen reichen über den unmittelbaren Schaden hinaus. Falsche Unterlagen können die Rechte des Endkunden berühren, etwa die Gültigkeit der Fahrzeuggarantie, wenn Teile ohne OEM-Freigabe verbaut sind. Und die Einstufung wirkt auf Zölle und Steuern, denn für die beiden Kategorien gelten teils unterschiedliche Sätze und Nachweispflichten.
Quellen
- Plattform SABER, Saudi Standards, Metrology and Quality Organization (SASO)
- Technische Regelwerke der SASO für Kfz-Ersatzteile
Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich Originalteile und Aftermarket-Teile?
Originalteile stammen vom Fahrzeughersteller oder seinen offiziellen Auftragsfertigern, laufen in der Serienfertigung mit und werden über autorisierte Händlernetze vertrieben, in Markenverpackung mit offizieller Kennzeichnung. Aftermarket-Teile kommen von Drittherstellern, die keine offiziellen Zulieferer sind: passend vielleicht, aber offiziell nicht als Originalteil anerkannt.
Wie unterscheiden sich die Zertifizierungswege?
Für Originalteile braucht es den Nachweis der offiziellen Herkunft und eine Bescheinigung des Fahrzeugherstellers oder Distributors, in den meisten Fällen genügt dann eine Konformitätserklärung ohne zusätzliche Laborprüfung. Aftermarket-Teile müssen vollständig in akkreditierten Laboren geprüft werden, auf Festigkeit, Sicherheit und lokale Normen, wobei jeder Produktcode einzeln registriert wird und ein vollständiger Unterlagensatz vorliegen muss.
Was passiert bei einer falschen Einstufung?
Die SABER-Registrierung wird abgelehnt, es drohen Bußgelder und Einfuhrverbote, Lieferverzögerungen durch wiederholte Kontrollen und ein Reputationsschaden. Falsche Unterlagen können außerdem die Rechte des Endkunden berühren, etwa die Gültigkeit der Fahrzeuggarantie, und sie verändern die anwendbaren Zölle und Steuern.
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