TR EAWU 043: Technische Lösung und die 28-Muster-Regel

Das TR EAWU 043/2017 hat die nationalen Brandschutzvorschriften abgelöst, bringt aber Anforderungen mit, die ausländische Hersteller überraschen: 28 Muster je Düsentyp für die Prüfung, einen technischen Pass in der Arbeitssprache der Union nach GOST und, wo kein GOST existiert, eine technische Lösung, die die Zertifizierungsstelle schreibt, bevor die Prüfung überhaupt geplant werden kann.
Was sich 2020 geändert hat
Das TR EAWU 043/2017, Über die Anforderungen an Mittel zur Sicherstellung des Brandschutzes und der Brandbekämpfung, ist 2020 in Kraft getreten und hat die nationalen Brandschutzvorschriften abgelöst, in einigen Mitgliedstaaten teilweise, in anderen vollständig. Der Import von Brandschutztechnik in die Eurasische Wirtschaftsunion wurde damit im Grundsatz einfacher: ein Regelwerk statt fünf.
Eingeführt wurden zugleich sehr viele neue Normen und Anforderungen, überwacht von den durch die jeweilige Regierung bevollmächtigten Zertifizierungsstellen. Und es gibt nur sehr wenige Stellen, die die notwendigen Prüfungen durchführen und Zertifikate nach dem TR EAWU 043 ausstellen können.
Für die Erklärung gilt dieselbe Einschränkung. Das Regelwerk kennt nur die Schemata 3d für die Serie, 4d für die Charge und 6d für die Serie mit Werksaudit, und alle drei verlangen Prüfberichte. Geprüft werden kann also ausschließlich in akkreditierten Brandschutzlaboren der EAWU.
Was die Zertifizierung konkret bedeutet
Nehmen wir Wassersprühdüsen, die als Dosierelemente den Durchfluss von Wasser und anderen Sprühflüssigkeiten steuern. Sie fallen unter das TR EAWU 043 und benötigen ein Konformitätszertifikat.
Der Ablauf selbst ist vertraut:
- Registrierung des Antrags, bestätigt vom Hersteller und von der Zertifizierungsstelle;
- Werksaudit mit Musterentnahme, per Videokonferenz möglich, wenn eine Anreise nicht machbar ist;
- Prüfung der Muster in einem in der EAWU akkreditierten Labor;
- Ausstellung des Zertifikats.
Die Unterschiede liegen im Detail.
Jeder Typ wird geprüft, auch wenn ein Zertifikat sie alle abdeckt
Viele Düsentypen lassen sich auf einem einzigen Zertifikat anmelden. Alle erscheinen darauf, und jeder einzelne muss geprüft werden. Der Düsentyp wird normalerweise über den K-Faktor bestimmt, also entspricht die Zahl der K-Faktoren der Zahl der Typen und damit der Zahl der benötigten Prüfberichte.
Über die Musterzahlen lässt sich nicht verhandeln
Die Norm für Wassersprühdüsen verlangt 28 Muster je Typ. Hersteller, die dieser Zahl zum ersten Mal begegnen, halten sie meist für einen Fehler. Sie ist keiner, und es führt kein Weg daran vorbei: Es handelt sich um eine national entwickelte Anforderung.
Das gehört vor die Angebotserstellung, nicht dahinter. Ein Hersteller, der nicht bereit ist, so viele Muster bereitzustellen, sollte das Projekt überdenken, statt es zu beginnen.
Technische Unterlagen
Das TR EAWU 043 ist ein strenges Regelwerk, und die Unterlagen müssen vollständig dem entsprechen, was die Normen verlangen. Für die Dokumentation von Brandschutztechnik gibt es verschiedene Normen, und die Akte braucht eine vollständige technische Beschreibung mit den einschlägigen Spezifikationen, Zeichnungen und so weiter.
Ein Dokument ist immer erforderlich: der technische Pass. Er muss in der Arbeitssprache der Union abgefasst, vom Hersteller erstellt und mit dem GOST für technische Unterlagen konform sein. Bei Düsen muss er enthalten:
- allgemeine Beschreibungen;
- K-Faktoren;
- Nutzungsdauer;
- Anforderungen an die Beständigkeit gegen äußere Einwirkungen;
- Maße des Anschlussgewindes;
- Betriebsdruck;
- Schemata;
- hydraulische Kennwerte und weitere Merkmale.
Viele Hersteller mussten noch nie einen Pass in dieser Ausführung erstellen, und das ist einer der häufigeren Gründe, aus denen eine Akte liegen bleibt.
Die technische Lösung: der Teil, den nur dieses Regelwerk kennt
Hier kommt der Punkt, den kein anderes technisches Regelwerk hat. Viel Ausrüstung im Anwendungsbereich des TR EAWU 043 entspricht keiner Norm, gegen die sie geprüft werden könnte, und braucht trotzdem eine Erklärung oder ein Konformitätszertifikat.
In jedem anderen Regelwerk läuft die Prüfung gegen festgelegte Normen. Dieses bietet einen zweiten Weg: die technische Lösung.
Es ist ein Dokument, das die Zertifizierungsstelle aus der technischen Beschreibung und den Zeichnungen der Ausrüstung erstellt. Es legt fest, welche Prüfungen durchzuführen sind, wenn kein einschlägiger GOST existiert, wie viele Muster nötig sind und so weiter. Die Prüfberichte stützen sich dann auf die technische Lösung statt auf einen GOST.
Zwei Punkte für die Praxis. Die Erarbeitung des Prüfverfahrens ist mühsam, dauert etwa einen Monat und wird immer gesondert berechnet. Sie gehört damit von Anfang an in den Projektplan und in das Budget.
Produkte, die fast immer eine brauchen:
- Wandhydranten;
- Schlauchkupplungen;
- Feuerlöschschränke;
- bestimmte Armaturen.
Das gilt unabhängig davon, ob am Ende eine Erklärung oder ein Zertifikat steht. Die GOST-Normen zum TR EAWU 043 werden noch entwickelt, der Kreis der Produkte, die eine technische Lösung brauchen, sollte also mit der Zeit dünner werden, bisher aber nicht.
Quellen
- TR EAWU 043/2017, Über die Anforderungen an Mittel zur Sicherstellung des Brandschutzes und der Brandbekämpfung, Eurasische Wirtschaftskommission
- Register der akkreditierten Brandschutzlabore der EAWU
Häufige Fragen
Was ist eine technische Lösung nach dem TR EAWU 043?
Ein Dokument, das die Zertifizierungsstelle aus der technischen Beschreibung und den Zeichnungen erstellt. Es legt fest, welche Prüfungen durchzuführen sind, wenn für die Ausrüstung kein einschlägiger GOST existiert, und wie viele Muster dafür nötig sind. Die Prüfberichte stützen sich dann auf die technische Lösung statt auf eine Norm. Ihre Erarbeitung dauert etwa einen Monat und wird gesondert berechnet.
Wie viele Muster verlangen die Prüfungen tatsächlich?
Das hängt von der Norm ab, und die Zahlen liegen höher, als die meisten Hersteller erwarten. Die Norm für Wassersprühdüsen verlangt 28 Muster je Düsentyp. Der Düsentyp wird in der Regel über den K-Faktor bestimmt, also bedeutet eine Baureihe mit sechs K-Faktoren sechs Sätze zu 28 Mustern und sechs Prüfberichte.
Welche Produkte brauchen fast immer eine technische Lösung?
Unter anderem Wandhydranten, Schlauchkupplungen, Feuerlöschschränke und bestimmte Armaturen. Die GOST-Normen zum TR EAWU 043 werden noch entwickelt, der Kreis der betroffenen Produkte sollte also mit der Zeit kleiner werden. Die Anforderung gilt unabhängig davon, ob am Ende ein Zertifikat oder eine Erklärung steht.
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